Dragonerareal

Auch wenn es nicht so aussieht: Das Dragonerareal wird genutzt.

 

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben [BImA] hat jedoch vor einiger Zeit viele Mietverträge gekündigt, um ‚ReinenTisch‘ zu machen. Und doch haben es viele Menschen und Betriebe geschafft zu bleiben. Diese stellen wir in einem kurzen Steckbrief vor, der im Laufe des Entwicklungsprozesses erweitert wird.

 

Das Gelände sollte bereits zwei Mal im Höchstbieterverfahren verkauft werden – beide Male ist der Versuch gescheitert. Einen dritten Versuch wird es nicht geben: Am 08.05.2017 wurde im sogenanten Hauptstadtvertrag zwischen Bund und Berlin festgeschrieben, dass das Areal in Landesbesitz übergehen soll.

 

 

 

 

 

Architektur und Denkmalschutz

 

Das Hauptgebäude mit seinen Zementputz-Quadern am Mehringdamm fällt aus der Reihe der zu dieser Zeit üblichen unverputzten Backstein-Kasernenbauten.

Die eklektizistische Architektur festungsartiger Prägung mit Zinnentürmen und Doppel-Rundbogenfenstern betont bewußt das Wehrhafte.

Insgesamt läßt sich das Ensemble aus Stallungen, Reithallen und Nebengebäuden mit seinen Kreuzgewölben, Rundbögen und Rosetten im Bereich der Neoromanik verorten.

Denkmalschutz für Gesamtanlage und Einzelgebäude.

Im September 2013 wird auch die ehemalige Translag-Waschhalle an der Obentrautstraße unter Denkmalschutz gestellt, die erst 1927 errichtet wurde und damit nicht zum ursprünglichen Kasernenbestand gehört.

 

Ausschnitt aus der Denkmalkarte, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin, Geodatenkatalog FIS-Broker

 

 

Klassifizierung und Perspektive

 

Auch das alte Kreuzberg 61 [ehemals Berlin SW 61 und 1000 Berlin 61] durchlebt zur Zeit eine enorme Aufwertung.

Im Einzelhandels- und Zentrenkonzept des Bezirks wird das Gelände der ehemaligen Garde-Dragoner-Kaserne als „Erweiterungsfläche der zentralen Versorgungsbereiche“ gesehen. Als Handlungsempfehlung gibt der Bezirk in seinem Zentrenpass Stadtteilzentrum Mehringdamm-Bergmannstraße eine „Stadtteilzentrum typische Nutzung“ vor.

Ausserdem wird die „rückwärtige Öffnung des Rathausstandortes mit Durchgang zur Yorckstraße“ als Maßnahmenprüfung empfohlen.

 

 

Eigentümerin

 

Bundesanstalt für Immobilienaufgaben [BImA]

Das Grundstück wurde zwar am 08.05.2015 im Rahmen des Bund-Berlin-Vertrags durch Geländetausch an Berlin übergeben – allerdings nur unter Vorbehalt. Wegen der angekündigten Klage der Dragonerhöfe GmbH sieht das Finanzministerium die Rückabwicklung noch in der Schwebe.

 

 

Heutige Lage

 

Obentrautstraße 19 u. 21
Mehringdamm 20, 22 u. 28

4,7 Ha Denkmalensemble hinter dem Finanzamt Kreuzberg
alter, 1-2 geschossiger  Gebäudebestand, z.T. vermietet

Quelle: open street map

 

Auf dem untenstehenden Bild ist die Karte von 1842 auf ein heutiges Satellitenbild übertragen. Das ehemalige Upstallgelände umfasst nicht nur die alte Dragonerkaserne, sondern auch das Areal des Bezirksamts und den gesamten Riehmers Hofgarten zwischen Yorck-, Großbeeren- und Hagelberger Straße sowie einige anschliessende Grundstücke am Mehringdamm.

 

Satellitenbild, darüber Ausschnitt aus physischer Karte von 1842
© Google Earth | Staatsbibliothek zu Berlin

 

 

Aktueller Bebauungsplan

 

Der alte Bebauungsplan VI – 92 von 1966 [siehe unten] ist nicht mehr gültig. Es gilt der Aufstellungsbeschluss für den neuen Bebauungsplan 2-48 ‚Dragonerareal‘.

 

alter Bebauungsplan VI-92, Senat für Bau- und Wohnungswesen V, Berlin, Bezirksamt Kreuzberg für Bau- und Wohnungswesen, Stadtplanungsamt

 

 

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